Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale
Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale
Ein deutsch-russisches Forschungsprojekt
1., mit CD-ROM 2007. 486 S., mit CD-ROM, gebundenISBN 978-3-05-004158-2
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Seit ihrer Gründung durch Lenin im Jahre 1919 war die Komintern ein Ausdruck der Entwicklung des internationalen Kommunismus, von den weltrevolutionären Hoffnungen der Anfangsjahre bis zur Instrumentalisierung durch die sowjetische Außenpolitik, die schließlich zu ihrer Auflösung durch Stalin 1943 führte. Bis zum Ende der Sowjetunion waren meist offizielle Dokumente und Memoiren die Quellen für Darstellungen und Interpretationen. Die Öffnung des Kominternarchivs in Moskau eröffnete neue Möglichkeiten. Durch ein deutsch-russisches Forschungsprojekt wurde der Zugang zu biographischen Daten des Personals der Komintern – von prominenten Entscheidungsträgern bis hin zu bislang anonymen Mitarbeitern von Hilfsorganisationen – erschlossen und damit die Voraussetzung geschaffen, ein wissenschaftlich soziologisches Profil wesentlicher Teile dieser Weltorganisation zu erarbeiten.
Etwa 15.800 Biographien aus den Beständen: UdSSR, Deutschland, Österreich, Schweiz, Tschechoslowakei, Polen, Spanien, Portugal, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Italien, Naher Osten, Iran, Indien, Afghanistan, Sri Lanka, Mongolei, USA, Lateinamerika und Neuseeland wurden erfasst. Neue Biographien konnten erschlossen, zahlreiche bislang unbekannte Pseudonyme entschlüsselt werden.
Das Buch enthält eine für jede künftige quellengestützte Komintern-Forschung unverzichtbaren Datensammlung (CD-ROM), bietet eine soziobiographische Analyse der Biographieentwicklung im Allgemeinen und die eines Teils der Führungsorgane der Komintern im Besonderen. Die Beiträge international renommierter Wissenschaftlern auf der Hannoveraner Komintern-Tagung vom April 2004 ordnen das Projekt in das Forschungsfeld ein.
"[Die Publikation] stellt für die Forschung eine höchst wertvolle Quelle dar. Denn bislang waren die zahlreichen Mitarbeiter der >Weltpartei< oft nur mit ihren Decknamen bekannt, biografische Daten fehlten meist völlig. In mehreren internationalen Projekten wurden solche Informationen mit Hilfe von standardisierten Fragebögen ermittelt, sodass nun Angaben zu etwa 15.000 Personen auf einer CD-ROM vereinigt werden konnten."
Andreas Huth in: goon, 20.11.2007
"Das Handbuch gedenkt der Opfer, nennt die Täter, diskutiert zugleich die Dialektik von Opfer- und Täterschaft."
Karlen Vesper in: Neues Deutschland, 24./25. 11.2007
"Hannoversche Wissenschaftler haben in einem deutsch-russischen Forschungsprojekt die Chance genutzt, um bislang unzugängliche Informationen über die Kommunistische Internationale (1919-1943) zusammenzutragen."
in: Intern, Leibniz Universität Hannover, April 2008, Heft 3
"Es ist zu wünschen, dass die erstmals erschlossenen biographischen Materialien in vielen neuen Studien zur Kominterngeschichtsschreibung Berücksichtigung finden."
Peter Erler in: ZS des Forschungsverbundes SED-Staat, 23/2008
"Das nun vorliegende, aufwändig biographische Lexikon zu den Mitarbeitern der KI (auf CD-ROM mit Begleitband) ist eine höchst wertvolle Quelle und wird der Forschung weitere Impulse liefern. Denn bis zur Veröffentlichung des Handbuches von Buckmiller/Meschkat waren fast 6 000 Mitarbeiter der KI nur mit Decknamen bekannt."
Christian Wipperfürth in: Das Historisch-Politische Buch, 56. Jg. (2008), Heft 1
Die beigefügte "CD-ROM bietet einschließlich der mitgelieferten Literaturdatenbank mit knapp 2.700 Titeln ein handhabbares elektronisches Nachschlagewerk, das seinesgleichen sucht. [...] [M]it der Aufbereitung reichhaltiger Quellen [haben Herausgeber und Autoren] solide Grundlagen für die künftige Forschung zur Kominterngeschichte geschaffen [...]."
Erwin Lewin in: Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Nr. 34, September 2008
"Das Biographische Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale beinhaltet die größte biographische Datenbank der Komintern. [...] Wer sich künftig mit der Geschichte der Kommunistischen Internationale, anderen internationalen wie nationalen kommunistischen Organisationen oder den in der Komintern tätigen Personen beschäftigen will, findet eine Fülle von Informationen und Anregungen."
Kurt Schilde in: Osteuropa, 12/ 2008
" [I]nternational renommierte Wissenschaftler [analysieren] in ihren Beiträgen die kommunistische Weltorganisation und gelangen zu neuen Erkenntnissen. Das Buch enthält eine für jede künftige quellengestützte Komintern-Forschung unverzichtbare Datensammlungen (CD-ROM).
In: Jahrbuch Extremismus & Demokratie, 20 (2008)
"Sicher ist, dass die in den Beiträgen präsentierten Ergebnisse vielerlei wichtige Anregungen für weitere Forschungsarbeiten bieten. Die Datenbank mit ihrer Fülle an aufbereiteten Daten bzw. Hinweisen zu einschlägigen Aktenbeständen und weiterführender Literatur wird für jeden Komintern-Forscher zukünftig ein unersetzbares Arbeitsutensil sein."
Joachim Schröder in: Archiv für Sozialgeschichte, Band 49 (2009)
"Welche ungeheure Faszination die Sowjetunion weltweit hatte, zeigt schon ein flüchtiger Blick in die dem Buch beigelegte CD-ROM, die von einer Forschungsgruppe an der Universität Hannover in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Kominternarchivs in Moskau erarbeitet wurde."
Dieter Nelles in: Sozialwissenschaftliche Literatur Rundschau, 32 (2009) 1
"[S]o aufschlussreich die individualbiographische Betrachtung einzelner Führungskader ist, so bietet doch gerade die beigefügte Datenbank kollektivbiographischen Deutungen eine empirische Basis [...]. [...] Die hier abrufbaren Personaldossiers zeichnen teilweise ergreifende Schicksale nach, gestatten erschreckende Einblicke in das Innere jenes gewaltigen bürokratischen Komplexes, der Kommunistischen Internationale hieß, und tragen [...] mitunter den 'Charakter einer polizeilichen Fahndungsliste' - eine Funktion, die sich ja tatsächlich erfüllt hatten."
Max Bloch in: Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen, 43 (2010)



