Elitenwandel in der Moderne
Elitenwandel in der Moderne
Die Adelsforschung der zurückliegenden Jahrzehnte hat vor allem
die beeindruckende Selbstbehauptung des deutschen Adels im 19. und
frühen 20. Jahrhundert herausgearbeitet. Trotz erfolgreicher
Statusverteidigung kann letztlich jedoch kein Zweifel daran bestehen,
dass der langfristige Machtverlust des Adels in seiner Gesamtheit, des
Adels als Stand, seit dem Ende des 18. Jahrhunderts unvermeidbar war.
Seine Geschichte im Verlauf des säkularen Modernisierungsprozesses muss
deshalb, trotz aller Selbstbehauptung, am Ende doch als die Geschichte
eines langen, immer wieder stark gebremsten, mehrfach unterbrochenen
und abgelenkten Abstiegs beschrieben werden – ein langer Abschied
von Macht und Ehre. Dieser spannungsvolle Befund verlangt, das
Deutungs- und Darstellungsmodell der äußerst folgenreichen Geschichte
einer Selbstbehauptung des Adels korrigierender Kritik zu
unterziehen.
Das Bemühen, eine „wirkliche Aristokratie“ im Sinne Max
Webers zu bilden, ist in vielen Handlungsfeldern, in denen sich Adlige
und Bürgerliche begegneten, erkennbar. Aber es scheint so, dass es im
19. und frühen 20. Jahrhundert in fast allen seinen Anläufen
gescheitert ist. Es fragt sich, was die Gründe dieses Scheiterns
waren.
Bedeutungsverlust und Beharrungserfolg des deutschen Adels im Wandel
des 19. und 20. Jahrhunderts sind in der bisherigen Forschung ganz
überwiegend mit dualen, linearen Mustern der Klassenkonkurrenz erklärt
worden. Das Publikationsprojekt „Elitenwandel in der
Moderne“ zielt darauf, Studien zu veröffentlichen, die
Korrekturen zu dieser Perspektive erarbeitet haben.
Pressestimmen:
"In den letzten Jahren sind zahlreiche eindrucksvolle empirische
Studien zur Adelsgeschichte entstanden, die z.T. von Heinz Reif direkt
angeregt, unterstützt und begleitet unser Bild vom 'Adel'
erheblich differenziert, relativiert und korrigiert haben."
Charlotte Tacke in: Neue Politische Literatur, Jg. 52 (2007)
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Aufsteigen und Obenbleiben in europäischen Gesellschaften des 19. Jahrhunderts
ISBN 978-3-05-004562-7
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