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Hagiographie und Kulturtransfer

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Orbis mediaevalis. Vorstellungswelten des Mittelalters, Bd. 14
Stephan Flemmig

Hagiographie und Kulturtransfer

Birgitta von Schweden und Hedwig von Polen

2011. 444 S., 1 Abbildungen, schwarz/weiß, 71 Abbildungen, farbig, gebundenISBN 978-3-05-005155-0

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Leben, Religiosität und Verehrung von Heiligen waren im Mittelalter überwiegend an feste Räume gebunden. Eine Analyse dieser biographischen und hagiographischen Kontexte erlaubt es, die Einbindung dieser Räume in das mittelalterlich-lateinische Europa zu bewerten. Hagiographie hatte also Anteil an kulturellen Transferprozessen und an einem zentralen Ergebnis dieser Prozesse, der Selbsteuropäisierung von Räumen.
Beispielhaft wird dies für Schweden und Polen, für die Heiligen Birgitta von Schweden (gest. 1373) und Hedwig von Anjou (gest. 1399) gezeigt. Birgitta, die erste päpstlich kanonisierte Heilige Schwedens, verband in Leben und Kult genuin schwedische und über Schweden hinausreichende Aspekte. Ihre Verehrung erreichte früh Ostmitteleuropa und beeinflusste in Ansätzen die Religiosität der Hedwig. Weil eine Kanonisation Hedwigs scheiterte, blieb ihre Verehrung räumlich eng begrenzt, folgte dennoch Mustern, die nicht nur in Polen wirksam wurden.

"Die Heiligenverehrung ist nach Flemmig als transnationale Bewegung anzusehen. [...] [Die Kulte] haben überregionale Bedeutung innerhalb des lateinischen Europas gefunden. Flemmig erwähnt gar Bezüge zur Moderne des 20. Jahrhunderts. Das macht sein Buch nicht nur historisch lesenswert."
Martin Lätzel in: Das Historisch-Politische Buch, 60 (2012) 2

Stephan Flemmig

Stephan Flemmig ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Universität Jena. Forschungsschwerpunkte: Kirchen- und Mentalitätsgeschichte, polnische und schwedische Geschichte, thüringische Geschichte im Spätmittelalter, Deutscher Orden im Spätmittelalter

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