Sinnliche Gewißheit
Sinnliche Gewißheit
Zur systematischen Vorgeschichte eines Problems des deutschen Idealismus
2003. 284 S., gebundenISBN 978-3-05-003856-8
Das Eröffnungskapitel von Hegels Phänomenologie des Geistes hat wegen
der Tragweite ihrer Behauptung, das Wahre der sinnlichen Gewißheit sei
identisch mit dem nur in der Sprache zu erfassenden Allgemeinen, und
wegen der äußersten Komprimiertheit der Argumentation, mit der Hegel
seine These darzulegen beansprucht, eine Vielzahl verschiedener
Interpretationen hervorgerufen. Abweichend von bisherigen Ansätzen
betont Brady Bowman in seiner Studie die positive Funktion der
sinnlichen Gewißheit des Absoluten als Ausgangspunkt von Hegels
„Darstellung des erscheinenden Wissens“. Indem er die
Analyse der z.T. stark rekonstruktionsbedürftigen Argumentation zu den
philosophiehistorischen Referenzen und zum Gesamtzusammenhang der
Phänomenologie des Geistes in Beziehung setzt, liefert er eine
umfassende Interpretation des Textes.
Dabei beleuchtet der Autor zugleich die Hintergründe in der antiken
Philosophie, im klassischem Empirismus, in der Philosophie des Common
Sense sowie im Umfeld der klassischen deutschen Philosophie; zugleich
jedoch verfolgt er systematische Bezüge bis in die Sprachphilosophie
der Gegenwart.



