Carl Einstein und sein Jahrhundert
Carl Einstein und sein Jahrhundert
Fragmente einer intellektuellen Biographie
2006. VIII, 494 S., 276 illustrations, black and white, gebundenISBN 978-3-05-003863-6
€ 64,80 incl. VAT, free shipping
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Der Erzähler und Essayist Carl Einstein nimmt einen hohen Rang
innerhalb der europäischen Literaturgeschichte ein. Und doch gilt es,
mit ihm einen wichtigen methodischen Anreger insbesondere für die
Kunstgeschichtsschreibung der Moderne zu entdecken. Vor allem seine
»Kunst des 20. Jahrhunderts«, die bereits 1926 in erster Auflage
innerhalb der renommierten »Propyläen-Kunstgeschichte« erschien und
1931 in vollständig überarbeiteter Fassung vorgelegt wurde, machte den
Schriftsteller zu einem der ersten und zum vielleicht hellsichtigsten
Historiker der europäischen Avantgarde, insbesondere des Kubismus und
Surrealismus.
Durch eine oft enge freundschaftliche Bekanntschaft mit Künstlern,
Kunsthändlern, Sammlern, Kritikern und Literaten wirkten seine Ideen
unmittelbar auf das künstlerische und intellektuelle Geschehen seiner
Epoche. Die thematische Grenzerweiterung, die mit Werk und Wirken
Einsteins verbunden ist, sein methodisches Vorgehen, seine
Sprachskepsis und ein komplexes geschichts- und erkenntnistheoretisches
Modell, das der Kunst ihren Rang als Leitmedium einer ästhetischen
Weltaneignung zuweist, haben zu einem wachsenden Interesse an seinen
Schriften innerhalb der Kunstgeschichte, der Kultur- und
Bildwissenschaften geführt.
Von der Kunst seines Jahrhunderts erwartet Einstein ein Aufbegehren
gegen die biologische Fatalität des Todes, er erwartet von der Malerei
seiner Freunde und Zeitgenossen, ja, von der eigenen
schriftstellerischen Arbeit jene Revolte gegen den Tod, die als
proto-existentialistischer Akt seine Hoffnung auf menschliche Freiheit
begründet. Neben Walter Benjamin und Aby Warburg wird fortan auch Carl
Einstein als einer der großen intellektuellen Anreger der Moderne zu
würdigen sein.
"Fleckner's book, copiously illustrated with 276 images [...] is a welcome and long-overdue corrective to this unfortunate practice."
Charles W.Haxthausen in: sehepunkte, 7 (2007), Nr.9
Uwe Fleckner
Uwe Fleckner ist Professor für Kunstgeschichte am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg.
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