Im Blick des anderen
Im Blick des anderen
Die deutsch-französischen Kunstbeziehungen 1945-1959
2005. XX, 499 S., 101 illustrations, black and white, 16 Farbtafeln, broschiertISBN 978-3-05-004148-3
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Nach Diktatur und Krieg erlebten die deutsch-französischen
Kunstbeziehungen eine Renaissance. Schnell zeigte sich, daß man nicht
vor einem radikalen Neubeginn stand, sondern fortsetzen konnte, was
1933/39 unterbrochen worden war. Mit spektakulären Ausstellungen
brachten die französischen Besatzer dem kuturell desorientierten
Publikum in Westdeutschland und Berlin wieder die Moderne vom
Impressionismus bis zum Kubismus nahe. Folgte jene politisch motivierte
Kunstvermittlung zunächst dem Gedanken, die kulturelle Überlegenheit
der französischen Nation zu demonstrieren, setzte sich allmählich die
Erkenntnis durch, daß im neuen Europa Verständigung und Kooperation
wichtiger waren; zögernd gab man dem Bestreben der Bundesrepublik nach,
auch deutsche Kunst in Paris zu präsentieren.
Noch bedeutender waren private Initiativen: Sammler, Künstler,
Kunstkritiker und Kunsthändler, darunter viele Emigranten, waren die
eigentlichen Träger des Dialogs. Indem sie die Avantgarde beider Länder
durch Ausstellungen und Publikationen zusammenführten, gaben sie der
Entgrenzung der deutschen Künstlerszene entscheidende Impulse. Deren
Vertreter suchten in Paris Anschluß an das Versäumte und internationale
Anerkennung; präzise läßt sich im Werk so unterschiedlicher Maler wie
Baumeister, Winter, Götz, aber auch Sitte und Metzkes ein Prozeß der
Akkulturation nachweisen. Zugleich verschoben sich auf der Landkarte
die ideologischen Grenzen.
Die Ècole des Paris mußte spätestens 1959 auf der documenta II
erkennen, daß ihr die New York School den Rang abgelaufen hatte. Im
geteilten Deutschland hingegen prallten zwei ästhetische Modelle
aufeinander, wobei mit Picasso ein "französischer" Maler im
Zentrum der innerdeutschen Diskussion stand. Kenntnisreich und unter
Verwendung von faszinierendem Quellenmaterial führt der Autor in ein
noch unbekanntes Kapitel der Kunstgeschichte nach 1945 ein.
I. Zu Beginn
II. Kunst & Politik 1. Expansion / Integration. Die
Kunstausstellungen der französischen Besatzung im
Nachkriegsdeutschland. 2. Wider den Unilateraismus. Wilhelm Hausenstein
und die deutsche Ausstellungspolitik in Paris
III. Zwischen den Grenzen. Private Vermittler und die
Avantgarden 1. Kunstvermittlung als Mission. Ottomar Domnick und
die Abstraktion 2. Von Künstler zu Künstler. Willi Baumeister und die
alten Kameraden 3. Deutsch-französische Kunstkritik. Will Grohmann und
Christian Zervos 4. Station der Moderne. Werner Haftmann und die erste
documenta 5. Le tapis volant. Èdouard Jaguer und seine deutschen
Künstlerfreunde 6. Anwältin der Exilanten. Herta Wescher und das
spezifisch Deutsche 7. Allemands d'extérieur. Hans Hartung und
Francis Bott
IV. Kunst & Kommerz 1. Deutsche Galerien und französische
Avantgarde 2. Französische Galerien und deutsche Avantgarde
V. Kunst & Künstler 1. Le pèlerinage. Deutsche Künstler in Paris
2. "Erst bei den Franzosen habe ich malen gelernt". 3.
Inkubationszeit 4. Paris - New York 5. Manifeste einer anderen Kunst 6.
Was ist deutsch am deutschen Informel?
VI. Das Eigene und das Fremde. Alte und neue Kriterien zur
Beurteilung der Kunst des anderen 1. Kathedralen 2. Klischees 3.
Französische Tradition 4. Entgrenzung der Kunst? 5. Deutsche Romantik
6. Chaos und Form 7. Zwischen Freiheit und Formalismus. Zur Rezeption
Picassos im geteilten Deutschland
VII. Am Ende
Pressestimmen:
"'Im Blick des Anderen' ist ein beeindruckender Beitrag
zur Erforschung der europäischen Kunstgeschichte der späten vierziger
und Fünfzigerjahre."
sehepunkte, Nr. 3, 6/2006
"Ein schwieriges Unterfangen, das neben minuziösen Quellenstudien
und der Kenntnis von kunsthistorischen Fakten und Zusammenhängen
Sensibilität für politische Verhaltensweisen und
mentalitätsgeschichtliches Einfühlungsvermögen verlangt. Schieder wird
diesem Anspruch souverän gerecht. Er legt ein Buch vor, das weit über
die Fachdisziplin hinausführt und ein komplexes Zeitbild
entwirft."
Franz Zelger in: NZZ, 3. Juni 2006
"Ungewöhnlich an diesem Buch erscheint, dass es für
Kunsthistoriker und Kunstliebhaber zunehmend spannender wird [...].
Schieders Studie ist ausgewogen im Urteil."
Klaus von Beyme in: Neue Politische Literatur, Heft 3, 2005
"Interessant erscheint Schieders im Rahmen des deutschen Forums
für Kunstgeschichte in Paris entstandene Studie, in der er den Leser zu
deutschen und französischen Schauplätzen zurückführt, um den Neubeginn
der Kunstbeziehungen beider Länder fast jenseits ökonomischer Fragen
detailliert zu vermessen."
Stefan Tigges in: Dokumente, 3/2007
"Neben der Darlegung der verschiedenen Ausstellungsprojekte in
Deutschland wie in Frankreich wartet Schieder immer wieder mit
wertvollen Berichten und Anekdoten aus dem Leben von Historikern,
Galeristen und Künstlern auf, welche die rein praktische und
menschliche Seite der Beziehungen beleuchten."
Frank Schmidt in: Jahrbuch des Frankreichzentrums der Universität des
Saarlandes, Band 7, 2006/2007
"'Im Blick des Anderen' ist ein beeindruckender Beitrag zur Erforschung der europäischen Kunstgeschichte der späten vierziger und Fünfzigerjahre."
sehepunkte, Nr. 3, 6/2006
"Ein schwieriges Unterfangen, das neben minuziösen Quellenstudien und der Kenntnis von kunsthistorischen Fakten und Zusammenhängen Sensibilität für politische Verhaltensweisen und mentalitätsgeschichtliches Einfühlungsvermögen verlangt. Schieder wird diesem Anspruch souverän gerecht. Er legt ein Buch vor, das weit über die Fachdisziplin hinausführt und ein komplexes Zeitbild entwirft."
Franz Zelger in: NZZ, 3. Juni 2006
"Ungewöhnlich an diesem Buch erscheint, dass es für Kunsthistoriker und Kunstliebhaber zunehmend spannender wird [...]. Schieders Studie ist ausgewogen im Urteil."
Klaus von Beyme in: Neue Politische Literatur, Heft 3, 2005
"Interessant erscheint Schieders im Rahmen des deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris entstandene Studie, in der er den Leser zu deutschen und französischen Schauplätzen zurückführt, um den Neubeginn der Kunstbeziehungen beider Länder fast jenseits ökonomischer Fragen detailliert zu vermessen."
Stefan Tigges in: Dokumente, 3/2007
"Neben der Darlegung der verschiedenen Ausstellungsprojekte in Deutschland wie in Frankreich wartet Schieder immer wieder mit wertvollen Berichten und Anekdoten aus dem Leben von Historikern, Galeristen und Künstlern auf, welche die rein praktische und menschliche Seite der Beziehungen beleuchten."
Frank Schmidt in: Jahrbuch des Frankreichzentrums der Universität des Saarlandes, Band 7, 2006/2007

