Konfessioneller Fundamentalismus
Konfessioneller Fundamentalismus
Religion als politischer Faktor im europäischen Mächtesystem um 1600
2007. XI, 320 S., 21 illustrations, black and white, gebundenISBN 978-3-486-58150-8
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In europäischer und konfessionsvergleichender Perspektive konzentrieren sich die Beiträge auf das Zusammenspiel von Religion, Macht und Gewalt am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges. Der Begriff "Konfessionsfundamentalismus" erschließt dabei bislang kaum beachtete religionssoziologische und konfessionskulturelle Zusammenhänge, die für die politische Krise in den Jahrzehnten um 1600 und die daraus hervorgegangenen großen europäischen Glaubens- und Staatenkriege verantwortlich waren. So öffnet sich zugleich eine Perspektive auf ähnlich gelagerte Probleme anderer Epochen, einschließlich der Gegenwart.
I. Konfessionsantagonismen in kulturellen Kontexten
Bernd Roeck: Die Krise des späten 16. Jahrhunderts. Überlegungen zu ihren kulturellen Auswirkungen und zu Formen ihrer Bewältigung
Klaus Garber: Konfessioneller Fundamentalismus und späthumanistischer Nationalismus. Die europäischen Bürgerkriege in der poetischen Transformation um 1600: Opitzens ,Trost-Getichte in Widerwärtigkeit des Krieges‘
Wolfgang Harms: Kampf- und Kriegsbereitschaft in heilsgeschichtlichen Bezügen auf illustrierten Flugblättern von etwa 1570 bis 1632
II. Wechselseitige Feindbilder der Konfessionen
Alexander Koller: War der Papst ein militanter, kriegstreibender katholischer Monarch? Der Hl. Stuhl und die protestantischen "Häresien" um 1600
Robert Bireley, S.J.: Jesuiten und der Heilige Krieg 1615-1635
Thomas Kaufmann: Protestantischer Konfessionsantagonismus im Kampf gegen die Jesuiten
Volker Leppin: "... das der Römische Antichrist offenbaret und das helle Liecht des Heiligen Evangelii wiederumb angezündet". Memoria und Aggression im Reformationsjubiläum 1617
III. Konfessionsfundamentalismus im Reich: Deutungen und Erscheinungsformen
Winfried Schulze: Konfessionsfundamentalismus in Europa um 1600: Zwischen discordia und compositio. Zur Deutung des konfessionellen Konflikts im katholischen Lager
Anton Schindling: Humanismus oder Konfessionsfundamentalismus in Straßburg? Fürstbistum und freie Reichsstadt
Eike Wolgast: Konfessionsbestimmte Faktoren der Reichs- und Außenpolitik der Kurpfalz 1559-1620
Holger Th. Gräf: "... indem ihre Gnaden sich die Evangelische Christliche lehre bewegen und gegen die papisten gebrauchen laßen ..." Protestantischer Fundamentalismus in Hessen und der Wetterau als kriegstreibender Faktor
Axel Gotthard: "Sey ein durchgeend werkh wider die Evangelische". Bedrohungsszenarien in lutherischen Ratsstuben
IV. Konfessionsfundamentalismus in West- und Osteuropa: Politische und kulturelle Leitbilder und Grenzen der Durchsetzung
William Monter: Campanella’s Universal Monarchy and Lerma’s Pax Hispanica, 1598-1620
Willem Frijhoff: Catholic apocalyptics in a Protestant commonwealth? The Dutch Republic (1579-1630)
István György Tóth: Religiöser Fundamentalismus und Toleranz in Habsburg-Ungarn und Siebenbürgen um 1600
Hans-Jürgen Bömelburg: Konfessionspolitische Deutungsmuster und konfessionsfundamentalistische Kriegsmotive in Polen-Litauen um 1600. Durchsetzung und Grenzen in einer multikonfessionellen Gesellschaft
"Schon mehrfach hat Schilling die Historiographie bereichert und belebt, indem er geschichtliche Sachverhalte präzise wahrnahm und neu benannte, und das dürfte auch hier der Fall sein ... Die Mehrzahl der Beiträge bietet umsichtige und damit klärende Analysen..." Moeller, Archiv für Reformationsgeschichte 37/2008
Heinz Schilling (Editor)
Heinz Schilling, geboren 1942, ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität zu Berlin.
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