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Strukturmerkmale der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts

Schriften des Historischen Kollegs, Bd. 63
Anselm Doering-Manteuffel (ed)

Strukturmerkmale der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts

2006. VIII, 273 S., gebundenISBN 978-3-486-58057-0

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Schlagworte: Historisches Kolleg, Strukturgeschichte, Deutsche Geschichte

Das Ergebnis der hier versammelten Beiträge mag überraschen: Aus unserer zeitgenössischen Perspektive vom Anfang des 21. Jahrhunderts rückt der säkulare Bruch des Jahres 1945 zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen wird der Zäsurcharakter des Jahrzehnts ab 1970 immer bedeutender. Um 1970 hatte sich die Struktur der Industriestaaten rapide zu verflüssigen begonnen. Diese für Europa und Nordamerika charakteristische Formation war geprägt von der Montanindustrie im festen Rahmen des politisch autonomen Einzelstaats. Sie hatte die Epoche der Weltkriege hervorgebracht mit völlig neuartigen Formen von industrialisierter Kriegführung, Gewaltexzessen und Genozid und, im Wechsel damit, Phasen tiefgreifender sozialer Reform und politisch-gesellschaftlicher Neuordnung. Das Ende dieses Industriesystems stellte auch die sozialen und politischen Handlungsmuster des 20. Jahrhunderts in Frage.

Anselm Doering-Manteuffel: Einleitung. Strukturmerkmale der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts

I. Herrschaft und Politik
Michael Geyer: The Space of the Nation: An Essay on the German Century
Andreas Wirsching: Politische Generationen, Konsumgesellschaft, Sozialpolitik. Zur Erfahrung von Demokratie und Diktatur in Zwischenkriegszeit und Nachkriegszeit
Joachim Rückert: Die Beseitigung des Deutschen Reiches – die geschichtliche und rechtsgeschichtliche Dimension einer Schwebelage
Michael Ruck: Die Tradition der deutschen Verwaltung
Eckart Conze: Herrschaft und Politik. Ein Kommentar

II. Wirtschaft und Gesellschaft
Harold James: Continuities and Structural Breaks in German Economic History in the Twentieth Century
Heinz-Gerhard Haupt: Städtische Mittelschichten in Deutschland zwischen Diktatur und Demokratie (1930-1960): Einige Forschungsperspektiven
Merith Niehuss: Familie und Geschlechterbeziehungen von der Zwischenkriegszeit bis in die
Nachkriegszeit
Dirk van Laak: Garanten der Beständigkeit. Infrastrukturen als Integrationsmedien des Raumes und der Zeit
Lutz Raphael: Das Ende des Deutschen Reiches als Zäsur nationaler Expertenkulturen? Überlegungen zu den Folgen des politischen Umbruchs 1945 für Technik und Wissenschaften in Deutschland
Adelheid von Saldern: Raum- und Zeitbezüge. Ein Kommentar

III. Transformation von Kulturmustern und ideellen Orientierungen
Jürgen Reulecke: Völkische und nationale Orientierungen: Beharrungskraft und Modifikation von Wertvorstellungen in generationellen Selbstsichten
Axel Schildt: Westlich, demokratisch. Deutschland und die westlichen Demokratien im 20. Jahrhundert
Gerd Koenen: Zwischen Antibolschewismus und "Ostorientierung" – Kontinuitäten und Diskontinuitäten
Moshe Zimmermann: Strukturmerkmale der deutschen Geschichte - Deutsche Juden: Transterritoriale Kohärenzen

"der Sammelband [...] der zum Weiterdenken anregt." Thomas Welskopp in: H-Soz-u-Kult
"Gerade wegen der Vielzahl der Ansatzpunkte ist dieser Sammelband zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert höchst reizvoll, zumal vieles erst als Ansatz weiterer Forschung formuliert ist. Und in der Lektüre spürt man, wie unter diesem Zugriff insbesondere die Nachkriegsgeschichte bis in die 90er Jahre hinein auf Distanz rückt: Das ist nicht mehr unsere Zeit, sondern tatsächliche Geschichte." Wulf Rüskamp in: Freiburger Universitätsblätter, Dezember 2007
"Das Buch kann und will keine abgerundete Darstellung sein, es gibt einen beachtenswerten Anstoß zu notwendigen Differenzierungen eines Rückblicks und stellt damit Kategorien zur Verfügung, Gegenwart und vor allem nahe Zukunft besser zu verstehen." Franz Hermann Huberti in: Geschichte, Politik und ihre Didaktik, Heft 3/4, 2007

Anselm Doering-Manteuffel (Editor)

Anselm Doering-Manteuffel (Editor)

Anselm Doering-Manteuffel, geboren 1949, ist Professor für Neuere Geschichte und Direktor des Seminars für Zeitgeschichte der Universität Tübingen.

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