Verfeinertes Sehen
Verfeinertes Sehen
Optik und Farbe im 18. und frühen 19. Jahrhundert
2008. IX, 227 S., 35 illustrations, black and white, 46 illustrations, color, gebundenISBN 978-3-486-58490-5
€ 59,80 incl. VAT, free shipping
Available
In welcher Weise und in welchem Maß haben die Ergebnisse des Newtonschen Experiments der Farbbrechung Einfluss auf die Bildende Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts genommen? Diese Fragen stehen im Zentrum der Beiträge, welche die Malpraxis, die Theoriebildung zur Farbe, die neuen graphischen Reproduktionstechniken, die steigende Sehkompetenz, die Materialität von Farbe, die Verfeinerung der Darstellungsdetails und die Rolle optischer Instrumente untersuchen.
Die Irritation im 18. Jahrhundert entstand aus der nicht eindeutigen Trennung in Licht- und Pigmentfarben. Für die Künstler hatte die alte Farbtrias - Blau, Rot, Gelb - weiterhin Bestand. Nichtsdestotrotz ist eine Verfeinerung des Sehens zu konstatieren, die nicht nur neue graphische Techniken hervorbrachte, sondern auch die Ästhetisierung verstärkte und im 19. Jahrhundert schließlich zur Fotografie führen sollte.
Ursula Klein: Testen und Erfinden: Farbe im chemischen Experiment des 18. Jahrhunderts
Annik Pietsch: Farbentheorie und Malpraxis um 1800. Die handwerkliche Produktion des künstlerischen Kolorits nach den "Gesetzen der Ästhetik und Physik"
Monika Wagner: John Constable: Taktiles Sehen fluider Landschaften
Ulrike Boskamp: Prismatische Augen, gemischte Sensationen. Farbensehen und Farbendruck in Frankreich um 1750
Werner Busch: Joseph Priestleys Optik in Newtons Bahnen und die Darstellung des Regenbogens
John Gage: When Warm was Cool: On the History of Colour Temperature
Bettina Gockel: Reproduktion als Experiment. Gainsboroughs Druckgraphik im Licht von Adam Smiths ökonomischer, moralphilosophischer und sinnesphysiologischer Theorie
Carolin Meister: Das Stilleben als optisches Theater. Zur Reflexion von Newtons Theorie der Körperfarben in der Lichtmalerei Chardins
Jutta Müller-Tamm: Augengespenster, Lügengeschichten und Gesichtswahrheiten. Zur Theorie des Sehens zwischen 1780 und 1830
Marc Wellmann: Die Studienköpfe Balthasar Denners (1685-1749): Natur- und Selbstwahrnehmung im Medium extremster Feinmalerei
H. Otto Sibum: Latente Bilder. Optische Praktiken und die Natur der Wärme im frühen Viktorianischen England
Erna Fiorentini: Optical Instruments and Modes of Vision in Early Nineteenth Century
Werner Busch (Editor)
Werner Busch, geboren 1944, ist Professor für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin.
Show all items
