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Vergeben und Vergessen? Pardonner et oublier?

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Pariser Historische Studien, Bd. 94
Reiner Marcowitz, Werner Paravicini (ed)

Vergeben und Vergessen? Pardonner et oublier?

Vergangenheitsdiskurse nach Besatzung, Bürgerkrieg und Revolution. Les discours sur le passé après l'occupation, la guerre civile et la révolution

2009. 187 S., 1 Karte, 3 tables, black and white, gebundenISBN 978-3-486-59135-4

€ 24,80 incl. VAT, free shipping

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Schlagworte: Erinnerungskultur, Vergangenheitsbewältigung

Besatzung, Bürgerkrieg und Revolution sind Ereignisse, die Gesellschaften besonders nachhaltig mental, politisch und sozial spalten. Dementsprechend schwierig ist auch ihre Verarbeitung. Aus der Fülle der relevanten Aspekte wird hier jener des Vergangenheitsdiskurses untersucht: Gilt das antike Gebot des Verschweigens und Vergebens oder wurde von der Vergangenheit gesprochen? Gibt es dabei bezeichnende Unterschiede zwischen unterschiedlichen Gruppen der Gesellschaft? Inwiefern trägt die Art dieser Auseinandersetzung, also die spezifische Erinnerungskultur, zur inneren Aussöhnung oder aber zur andauernden Spaltung der Gesellschaft bei? Schließlich wird die kurzfristige Vergegenwärtigung des Vergangenen von jener mit größerem historischen Abstand zu den Ereignissen unterschieden und damit die Beharrung oder der Wandel unterschiedlicher Erinnerungskulturen analysiert. Die Fallbeispiele stammen aus verschiedenen historischen Epochen vom ausgehenden 15. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts; sie berücksichtigen neben West- und Mitteleuropa auch den östlichen Teil des Kontinents und verdeutlichen damit die räumlich-zeitlich-kulturelle Kontextabhängigkeit von Vergangenheitsdiskursen. Dabei erweist sich, dass Vergeben und Vergessen spätestens seit 1789 nicht mehr funktionieren: In modernen pluralistischeren Gesellschaften lässt sich Erinnerung allenfalls noch vorübergehend steuern. Letztlich bleibt die ebenso schwierige wie belastende und nie gänzlich befriedigende Gratwanderung zwischen notwendigem Erinnern und legitimem Vergessen unvermeidlich.

"Wer sich mit Erinnerung als politischem Werkzeug und sozialer Praxis auseinandersetzt, dem sei dieser Band ausdrücklich empfohlen." Torsten Riotte, sehepunkte 10 (2010)

Reiner Marcowitz (Editor)

Reiner Marcowitz, geboren 1960, ist Professor für Deutschlandkunde und Kodirektor des Seminars für deutsch-französische Studien an der Universität Paul-Verlaine, Metz.

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Werner Paravicini (Editor)

Werner Paravicini (Editor)

Werner Paravicini, ehemaliger Direktor des Deutschen Historischen Instituts Paris, ist Honorarprofessor an der Universität Kiel.

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