1938
1938
2008. LXXIV, 1168 S., Leinen gebundenISBN 978-3-486-58616-9
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Sorgfältig ediert: Akten, die die Probleme, Entscheidungsprozesse und Ziele des Hitler-Regimes im Jahr vor dem Krieg verdeutlichen.
Der Fortsetzungsband dokumentiert in repräsentativer Auswahl die Reichspolitik im Jahr 1938. 1938 war das Jahr, in dem der Nationalsozialismus seine langgehegten Pläne in die Tat umzusetzen begann. Die Gefahr eines europäischen Kriegs wurde nur um Haaresbreite gebannt, und im Gewaltexzess des Judenpogroms kündigte sich blanker Vernichtungswille an. Blendende außenpolitische Erfolge trugen Hitler vorwärts. Mit dem "Anschluss" Österreichs gelang ihm die Realisierung des großdeutschen Traums, und auch die Sudetendeutschen holte er nun "heim ins Reich". Nach der mit dem Münchener Abkommen knapp bereinigten Krise dämmerte aber allen Verantwortlichen, auch soweit sie nicht zum innersten Machtzirkel gehörten, dass der Krieg im Kalkül des Staatsführers fest eingeplant war. Dabei war man auch 1938 von Kriegsbereitschaft weit entfernt: Die Versorgung auf allen Gebieten lebte von der Hand in den Mund, die Produktionskapazitäten waren schon im Frieden ausgereizt. Ein rückläufiger Export drückte die Devisenbilanz, das österreichische Gold brachte nur kurze Entlastung, die Kreditquellen begannen zu versiegen, Inflationsangst ging um. Am Jahresende stand das Reich am Abgrund der Zahlungsunfähigkeit. Faktisch herrschte in Deutschland bereits im Jahr vor Kriegsbeginn der Ausnahmezustand. Er absorbierte das Gros der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung und entzog sie drängenden zivilen Aufgaben, hemmte allgemein die friedensmäßige Fortentwicklung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens.
Der Band ist "nicht nur ein unverzichtbares Nachschlagewerk für die deutsche Politik 1938, sondern regt auch mit hilfreichen Querverweisen an, erschreckende wie eher randständige Themen durch das Jahr zu verfolgen. Dabei bekommt man auf sehr authentische Weise einen Einblick in die Politik der Regierung Hitler." Thomas Schnabel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.6.2009
"Diese mustergültige Edition stellt nicht allein eine unentbehrliche Grundlage für jegliche Forschung zum "Dritten Reich" dar, sie erhöht die Neugier auf die hoffentlich in absehbarer Zeit folgende Fortsetzung." Martin Moll, Historische Zeitschrift 289 (2009)
"Vielleicht kann gerade eine solch hervorragende und interessante Quellenausgabe dazu helfen, das eher geringe Interesse, das leider Studenten und auch etablierte Historiker oft an den Groß-Editionen nehmen, zu verbessern und zu zeigen, dass ohne umfangreiche Quelleneditionen und Quellenkommentierung historische Urteile wirklich sachgemäß nicht gefällt werden können." Walter Ziegler, Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Heft 3/2010
Friedrich Hartmannsgruber
Friedrich Hartmannsgruber, geboren 1950. Studium der Geschichte und Germanistik, 1980 Lehramtsassessor, 1980-1985 Assistent am Lehrstuhl für neuere Geschichte der Universität Regensburg, Promotion mit einer Arbeit über "Die Bayerische Patriotenpartei 1868-1887". Seit 1989 wissenschaftlicher Angestellter der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
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