"Arisierung" von Mobilien
"Arisierung" von Mobilien
2004. 429 S., broschiertISBN 978-3-486-56777-9
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In dieser Publikation wird in zwei Beiträgen der "Arisierung"
von Mobilien nachgegangen. Die "Arisierung von Mobilien"
stellt ein wichtiges, andererseits besonders schwer fassbares Kapitel
der "Arisierung" von jüdischem Eigentum dar. Während die
"Arisierungsvorgänge" etwa bei Immobilien, durch das
Grundbuch oder bei Unternehmen durch die Akten des Handelsgericht mehr
oder weniger klar nachvollziehbar sind so hat sich bei mobilen Objekten
in zahllosen Fällen die Spur der ehemaligen Eigentümer verloren. Schon
dieser in vielen Fällen schwierige Nachweis des Eigentums öffnete für
Korruption und persönliche Bereicherung Tür und Tor. Gerade der Bereich
der Mobilien war es auch, in dem sich Rückstellungen bzw.
Entschädigungszahlungen in der Regel relativ schwer durchsetzen ließen,
nicht zuletzt deshalb, weil häufig nicht eindeutig genug bewiesen
werden konnte, dass ein bestimmtes Objekt tatsächlich einmal im
Eigentum einer bestimmten Person gestanden hatte. Sogar bei Gemälden
namhafter Künstler ließ sich dieser Beweis nicht immer zweifelsfrei
erbringen, etwa weil verschiedene Maler immer wieder dieselben Motive
aufgegriffen hatten und sich die Darstellungen nur in Details
voneinander unterschieden.
Im ersten Teil analysieren Gabriele Anderl, Edith Blaschitz und Sabine
Loitfellner die verschiedenen Phasen und Formen der Aneignung mobilen
Gutes. Sie gehen den daran beteiligten Akteuren und Institutionen wie
etwa die "Verwaltungsstelle für jüdisches Umzugsgut der Geheimen
Staatspolizei" Vugsta oder die "Möbelverwertungsstelle"
Krummbaumgasse in Wien nach.
Im zweiten Teil gehen die Niko Wahl und Mirjam Triendl den Spuren des
Verlust nach. Anhand ausgewählter Gegenstände zeigen sie die Bedeutung
etwa eines Photos oder eines Kinderspielzeuges für die einzelnen
Personen, für die Lebensgeschichte, für die Erinnerung.
Gabriele Anderl
Gabriele Anderl, Dr. phil (Projektleiterin) geboren in Salzburg, Studium an der Universität Wien; Zahlreiche Forschungsprojekte und Publikationen auf dem Gebiet der Zeitgeschichte, u. a. Gescheiterte Flucht (mit Walter Manoschek), Wien 2001. Forschungsschwerpunkte: NS-Zeit, Judenverfolgung, Oral History, Flüchtlingspolitik. Käthe-Leichter-Preis für Historikerinnen. Lebt als freie wissenschaftliche Autorin und Journalistin in Wien.
Alle Titel dieser Person anzeigenEdith Blaschitz
Edith Blaschitz, Mag. phil. geb. 1967 in Wolfsberg, Kärnten. Studium der Geschichte und Hispanistik, Forschungsschwerpunkte: Exil, Nationalsozialismus, Lateinamerika, Oral-History; u.a. Mitarbeiterin der Österreichischen Exilbibliothek im Literaturhaus und der argentinischen Historikerkommission CEANA.
Alle Titel dieser Person anzeigenSabine Loitfellner
Sabine Loitfellner, Mag. phil. Geb. 1974 in Saalfelden (Salzburg), Studium der Geschichte und Politikwissenschaft, Mitarbeiterin der Zentralen Österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz (FStN), zahlreiche Projektmitarbeiten zum Themenbereich Vergangenheitspolitik: Derzeit Mitarbeiterin der Israelitischen Kultusgemeinde Wien/Anlaufstelle für jüdische NS-Verfolgte in und aus Österreich, Bereich Kunstrestitution.
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Mirjam Triendl, M.A., 1974 in Innsbruck geboren, lebt z.Z. in München, Studium der Geschichte und Judaistik in Wien, Diplomarbeit "hunger macht blumen aus papier. Über Bücher und T/Räume. Vilna 1941-43.", derzeit Forschungsprojekt und Dissertation zum Thema "Verkörperte Orte. Jüdische Kulturen im böhmischen Bäderdreieck 1890-1938."
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Niko Wahl, Mag. phil., arbeitet an historischen Projekten sowie im sozialen und kulturellen Bereich in Wien.
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