Die Bibel als politisches Argument
Die Bibel als politisches Argument
Voraussetzungen und Folgen biblizistischer Herrschaftslegitimation in der Vormoderne
2007. VIII, 394 S., broschiertISBN 978-3-486-64443-2
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Im antiken Judentum ebenso wie in den christlichen Monarchien Europas waren die heiligen Schriften ein bedeutsames Reservoir zur Argumentation nicht nur in theologischen Fragen, sondern auch auf dem Feld der Politik. Dies gilt in besonderem Maße, seitdem die Bibel in einem Textkanon festgelegt ist. Der vorliegende Sammelband geht kultur- und epochenübergreifend der Frage nach, wie die Bibel jeweils zur politischen Argumentation herangezogen wurde, welche Gruppen sich ihrer bedienten und welche Textstellen sich zur politischen Argumentation offensichtlich in besonderer Weise anboten. Dabei richtet sich der Blick insbesondere auf politische Konflikte, in denen die Legitimität von monarchischer Herrschaft von der Antike bis zur Frühen Neuzeit auf dem Prüfstand stand.
Andreas Pecar / Kai Trampedach: Der "Biblizismus" - eine politische Sprache der Vormoderne?
Markus Saur: Politische Argumentationen in der alttestamentlichen Prophetie
Kai Trampedach: Die Hasmonäer und das Problem der Theokratie
Steffen Diefenbach: "Biblizismus" in der frühchristlichen Apologetik? Bibel und politische Autorität in vorkonstantinischer Zeit
Bernd Isele: Moses oder Pharao? Die ersten christlichen Kaiser und das Argument der Bibel
Hartmut Leppin: Das Alte Testament und der Erfahrungsraum der Christen. Davids Buße in den Apologien des Ambrosius
Mischa Meier: Die Demut des Kaisers. Aspekte der religiösen Selbstinszenierung bei Theodosius II. (408-450 n. Chr.)
Walter Pohl: Alienigena coniugia. Bestrebungen zu einem Verbot auswärtiger Heiraten in der Karolingerzeit
Karl Ubl: Der Mehrwert der päpstlichen Schlüsselgewalt und die Tradition des heiligen Clemens
Thomas Prügl: Das Schriftargument zwischen Papstmonarchie und konziliarer Idee. Biblische Argumentationsmodelle im Basler Konziliarismus
Marcus Sandl: Politik im Angesicht des Weltendes. Die Verzeitlichung des Politischen im Horizont des lutherischen Schriftprinzips
Nicole Reinhardt: Juan de Mariana: Bibelexegese und Tyrannenmord
Andreas Pecar: Auf der Suche nach den Ursprüngen des Divine Right of Kings. Herrschaftskritik und Herrschaftslegitimation in Schottland unter Jakob VI.
Ronald G. Asch: The Revelation of the Revelation. Die Bedeutung der Offenbarung des Johannes für das politische Denken in England im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert
Andreas Pietsch: Zwischen Gottesebenbildlichkeit und Höllensturz. Das Bild des französischen Königs in Zeiten der Fronde
Lothar Schilling: Bossuet, die Bibel und der ‚Absolutismus’
Hans-Dieter Metzger: Bibelkritik im Schatten des Leviathan
"ausnahmslos sachkundig und ergiebig" Rudolf Smend in der Historischen Zeitschrift 288 (2009)
Andreas Pecar (Herausgeber)

Andreas Pecar, geboren 1972, ist Professor für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Halle-Wittenberg.
Alle Titel dieser Person anzeigenKai Trampedach (Herausgeber)
Kai Trampedach, geboren 1962, lehrt am Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik der Universität Heidelberg.
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