Ein Glückskind feiert seinen 150. Geburtstag
Im März 1859 erschien der erste Band der Historischen Zeitschrift (HZ) in der von Rudolf Oldenbourg geführten "Artistischen Anstalt", einem Münchener Tochterunternehmen der J. G. Cotta'schen Buchhandlung.
Seither sind 288 Bände erschienen. Die HZ ist damit eine der ältesten professionellen Fachzeitschriften auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaft weltweit.
Rasch etablierte sie sich als führendes Organ der wissenschaftlichen Geschichtsforschung in Deutschland. Diese Stellung hat sie bis heute behaupten können – über alle gravierenden politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts hinweg und unbeschadet der nicht minder tiefgreifenden institutionellen, personellen und thematischen Veränderungen in der Geschichtswissenschaft selbst.
Die HZ ist unabhängig von Subventionen, weltanschaulichen Gruppierungen und Verbänden.
Die Gründung der HZ verdanken wir in erster Linie dem Engagement Heinrich von Sybels – Friedrich Meinecke bezeichnete die Zeitschrift wegen ihres Initiators sogar als "Glückskind". Heinrich von Sybel leitete die Geschicke der Zeitschrift bis zu seinem Tod im Jahr 1895.
Die Liste der Historiker, die Heinrich von Sybel als Herausgeber folgten, ist bemerkenswert kurz: Friedrich Meinecke (zwischen 1935 und 1945 Karl Alexander von Müller), Ludwig Dehio, Theodor Schieder, Lothar Gall – eine Beständigkeit, die für sich spricht.
Der strukturelle Aufbau der HZ war bei Gründung der Zeitschrift einzigartig - und ist es auch 150 Jahre später noch:
Der Aufsatzteil behandelt Aspekte aus allen Teilbereichen der Geschichtswissenschaft; eine regionale oder epochale Begrenzung gibt es nicht. Ein derart umfassender Ansatz war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neuartig.
Auch am Beginn des 21. Jahrhunderts vermag es die HZ, ihren Lesern einen Überblick über die aktuelle historische Forschung zu verschaffen, obgleich die fortschreitende Ausdifferenzierung des Fachs eine immer größere Herausforderung darstellt.
Mit der Rubrik Neue historische Literatur beschritt die HZ neue Wege: Diese Hilfestellung für den Historiker, mit Hilfe von zahlreichen Einzelrezensionen und summarischen Buchbesprechungen auf dem Stand der (veröffentlichten) Forschung zu bleiben, wurde von Beginn an dankbar angenommen. Die Fülle an Informationen, die die HZ ihren Lesern in jedem Heft bietet, ist immens: circa 90 Rezensionen bedeutender historischer Veröffentlichungen aus der ganzen Welt, mindestens eine Leitbesprechung zu einem aktuellen Forschungstrend oder einer Forschungsdebatte sowie eine mehrseitige Liste der eingegangenen Bücher, die, nach Epochen geordnet, die neuesten zur Besprechung eingereichten Publikationen verzeichnet.
Alle Aufsätze, die in der HZ erscheinen, haben zuvor einen Peer-Review-Prozess durchlaufen. Mindestens zwei Gutachter gewährleisten eine sorgfältige und fachkundige Auswahl.
Die HZ bietet sowohl etablierten Wissenschaftlern einen angemessenen Rahmen für eine zeitnahe Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse als auch exzellenten Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, mit einer Publikation in der HZ die eigene Karriere voranzubringen.
Verlag und Redaktion der HZ sorgen für eine rasche Veröffentlichung der angenommenen Aufsätze und Rezensionen und einen weitestmöglichen Verbreitungsgrad. Das Web-basierte Redaktionssystem "Zeitschriftenportal Historische Zeitschrift" und die zeitgleiche Veröffentlichung im Print- und im zitierfähigen Online-Format unterstützen dieses Bemühen maßgeblich.
Die HZ erscheint in sechs Heften pro Jahr. Jeweils drei Hefte ergeben einen Band. Die Online-Ausgabe erscheint parallel zur gedruckten Ausgabe. Zusätzlich können Abonnenten die Beihefte und Sonderhefte der HZ circa 20% günstiger beziehen.
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