"Republikflucht"
"Republikflucht"
Flucht und Abwanderung aus der SBZ/DDR 1945 bis 1961. Veröffentlichungen zur SBZ-/DDR-Forschung im Institut für Zeitgeschichte. Mit einer Einleitung von Damian van Melis
2006. 276 S., broschiertISBN 978-3-486-57995-6
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Bis zum Mauerbau 1961 verließen jährlich Hunderttausende von Menschen die SBZ und DDR in Richtung Westen. Vorliegendes Buch zeigt, dass die Machthaber in Ostberlin dieses Problem erst Anfang der 1950er Jahre ernst nahmen. Die Erfolglosigkeit fast aller Maßnahmen gegen die Republikflucht basierte auf der in der DDR weit verbreiteten Unzufriedenheit mit der politischen Lage im Land. Viele Menschen nutzten die offene Grenze, um politischen, persönlichen, familiären und wirtschaftlichen Problemen durch den Ortswechsel weitgehend konfliktlos zu entfliehen.
Ein ausführlicher Dokumententeil gibt Auskunft über Zu- und Abwanderungszahlen, Gesetze, Grenzsicherung und -kontrollen; Artikel aus ostdeutschen Zeitungen und Zeitschriften dokumentieren die Abwanderungsmotive aus Sicht der DDR und SED, Abschiedsbriefe und private Briefe geben ein beredtes Zeugnis für die Fluchtgründe der persönlich Betroffenen.
"Verdienstvollerweise schließt der Band neben einem umfangreichen Literaturverzeichnis einen vorzüglich edierten Dokumenten- und Statistik-Anhang ein, der das Dargestellte in markanter, oft banal-tragischer Weise unterstreicht." Reinhard Damerau in Geschichte, Politik und Didaktik 35 (2007), Heft 3/4
"Damian van Melis´ Darstellung der Regimeperspektive auf die Abwanderung von drei Millionen Menschen ist insbesondere deswegen interessant, weil sie die Realitätsferne des ideologisch verschleierten Blicks der Diktaturfunktionäre auf die eigene Gesellschaft offenlegt. Die im Anhang wiedergegebenen DDR-Dokumente illustrieren das auf profunde Weise." Jochen Staadt in FAZ, 16.6.2007
"Es ist den beiden Herausgebern überzeugend gelungen, das Thema "Republikflucht" für die Zeit bis 1961 kompakt darzustellen und mit einer informativen Dokumentenauswahl zu verbinden." Rüdiger Wenzke in H-Soz-u-Kult April 2007
"Mindestens so interessant wie die gut aufbereiteten und einwandfrei belegten historischen Fakten und Zusammenhänge ist der Dokumententeil dieses Buches." Truppendienst 2/2007
"Dieser Band bietet mit 42 gut ausgewählten Dokumenten einen tiefen Einblick in dieses zentrale Phänomen des Kalten Krieges in Deutschland." Sven Felix Kellerhoff in Die Welt, 11.11.2006
Henrik Bispinck (Herausgeber)

Henrik Bispinck, geboren 1973, Historiker, von 2000-2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, Abteilung Berlin. Von 2008-2009 wissenschaftlicher Referent bei Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.
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Damian van Melis ist Geschäftsführer des Greven Verlags Köln.
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