Verfolgung und Vermögensentzug Homosexueller auf dem Gebiet der Republik Österreich während der NS-Zeit
Verfolgung und Vermögensentzug Homosexueller auf dem Gebiet der Republik Österreich während der NS-Zeit
Bemühungen um Restitution, Entschädigung und Pensionen in der Zweiten Republik
2004. 95 S., broschiertISBN 978-3-486-56798-4
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Erstmals wird in dieser Publikation den vermögensrechtlichen Schäden
bei Homosexuellen im Nationalsozialismus, aber und das ist für diese
Opfergruppe spezifisch auch nach 1945 nachgegangen. Homosexuelle werden
(vor allem in Österreich) in der Öffentlichkeit erst seit kurzem als
Opfergruppe des Nationalsozialismus wahrgenommen. Bis dahin galten
Menschen, die als Homosexuelle verfolgt wurden, als Straftäter, die im
Rahmen ganz normaler Strafverfolgung ihr (wenn auch als hart erkanntes)
Schicksal erlitten. Dieser Umstand ist nicht weiter verwunderlich.
Homosexualität war in Österreich sowohl vor 1938 als auch nach 1945
strafbar. Während viele Verfolgte 1945 aufatmen konnten, wieder ein
gewisses Selbstwertgefühl gewinnen konnten, war dies für Homosexuelle
nicht der Fall. Für sie ging die Verfolgung weiter, wenn auch in
anderer Art als im Nationalsozialismus.
Keiner erinnerte an ihre Leiden, keiner interessierte sich weiter für
die Folgeerscheinungen von Homosexuellen, die eine KZ-Haft überlebt
hatten - sie waren weiterhin eine in der österreichischen Gesellschaft
unerwünschte Gruppe. Die Situation ausschließlich in einer allgemeinen
Ablehnung und sozialen Ächtung zu beschreiben, wäre jedoch noch eine
Verharmlosung des Lebensumstandes Homosexueller nach 1945. Die
überlebenden Opfer der Nationalsozialisten hatten keinerlei Anrecht auf
Entschädigung oder Anerkennung, die Mitgliedschaft im KZ-Opfer-Verband
(die neben der gesellschaftlichen Anerkennung als Opfer auch
lebensnotwendige soziale und finanzielle Hilfe brachte) blieb ihnen
verwehrt. Wie Versuche, trotzdem zu einer Mitgliedschaft zu gelangen,
endeten, wird im Buch beschrieben.
Niko Wahl
Niko Wahl, Mag. phil., arbeitet an historischen Projekten sowie im sozialen und kulturellen Bereich in Wien.
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