Zwischen "Haus" und "Staat" - Antike Höfe im Vergleich
Zwischen "Haus" und "Staat" - Antike Höfe im Vergleich
1997. VII, 175 S., broschiertISBN 978-3-486-64423-4
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Die Königs- und Kaiserhöfe der Antike sind bislang nur selten und in
wenigen Teilaspekten zum Gegenstand historischer Analysen geworden.
Dafür gibt es forschungsgeschichtliche Gründe. Interessant ist der
historiographische Hintergrund: Antike Höfe entzogen sich der
Unterscheidung zwischen städtisch-politischer und häuslich-privater
Sphäre, sie waren weder "Haus" noch "Staat". Damit
unterliefen die Höfe die Kategorien, mit denen zur Zeit der klassischen
"Stadtstaaten" zeitgenössische moralisierende
Selbstbeschreibungen die antike politisch-soziale Realität zu erfassen
versuchten. Die antiken Höfe fielen schließlich auch durch das Raster
der modernen, durch die Frage nach dem "Staatsrecht"
geprägten Forschung seit dem 19. Jahrhundert.
Ausgehend von einem als Vergleichsgröße dienenden idealtypischen Modell
des Hofes in der europäischen Geschichte des Mittelalters und der
frühen Neuzeit werden die hellenistische Königshöfe, die
aristokratischen Haushaltungen zur Zeit der späten römischen Republik
sowie die römischen Kaiserhöfe der Prinzipatszeit und der Spätantike
systematischen Analysen unterzogen. Diese zielen einerseits auf die
individuellen Besonderheiten der jeweiligen Phänomene im antiken
Vergleich, andererseits auf die im epochenübergreifenden Vergleich
deutlich werdenen generellen Differenzen und unterschiedlichen
evolutionären Kontexte antiker gegenüber mittelalterlichen und
frühneuzeitlichen Höfen.
Aloys Winterling (Herausgeber)
Aloys Winterling, Jahrgang 1956, ist Professor für Alte Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.
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